Im nun beschriebenen Fall handelt es sich um einen heute 6- jährigen Malirüden. Dieser Hund hat niemals Zwingerelemente zernagt oder Hängertüren zerlegt. Er nimmt seine Arbeit sehr ernst, ist wuchtig, fordernd und temperamentvoll und gehört außerhalb der Arbeit eher dem stoischen, gemütlichen Schlag an und ist sowohl in der Familie mit Kindern, in der Wohnung, im Auto oder beispielsweise im Hotel ohne Probleme zu halten. Also kein Randalierer, kein Stein und Metallnager! Schon mit zwei Jahren konnte man starke Abnutzungen der Reißzähne (P4, M1) und der Eckzähne (Canini) beobachten. Die Canini und auch die Fangzähne zeigten bereits die Öffnung zur Pulpahöhle.
3 1/2-jährig rutscht er in der langen Flucht an der FCI Sichtungsprüfung 2001 trotz vollem Anbiss aus dem Ärmel und flog durch die Luft. O Schreck! Was war das!?! An der Körung II des DMC ein ähnliches Bild - ein Wille aber keine Substanz am straffen, harten, klein- und feinmaschigen Überzug. Ganz anders dann im Franzosenärmel, wo er dank entsprechendem Material beweisen konnte, wie man hält. Was also soll man tun. Erste Informationen werden gesam-
melt, Methoden geprüft und verworfen. Das Training läuft und wird nicht gerne unterbrochen. Die Frühjahrs-
qualifikation steht an: 95,97,98// 97/95/96) 5. in der Einreichwertung hoffen auf eine gute Platzierung bei der LSP.
Ausgelöst letztlich durch den immer schneller fortschreitende Verschleiß der Zähne und das dadurch auftretende Abrutschen in harten Ärmeln im Training bauen sich deutliche nervliche Auswirkungen auf. |
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Je mehr der Hund rutschte, je mehr suchte der einst saubere Hund einen "emotionalen Ausgleich" in der Beute. Er fängt an zu montieren.
Erst nach der verpatzten LSP-Prüfung (99/94/Desaster!) war aufgrund einer Untersuchungen mit Luftdruck zu erkennen, dass an 3 Reißzähnen und einem Fangzahn der Abrieb schon so weit war, dass die Nerven der Zähne blank lagen und der Hund wohl bei jedem Anbiss Schmerzen haben musste. Der Hund hatte seinem Alter entsprechend, inzwischen 4 Jahre, ein desolates Gebiss. Ein erster Eingriff erfolgte sofort. Alle Zähne mit offenliegender Pulpahöhle wurden plombiert , dabei aber vital erhalten.
Wieder wurden Behandlungsmethoden diskutiert, mit den Ausbildern und dem TA. Der Hund ist zu jung um aufzuhören abwägen eine Entscheidung treffen.
In unterschiedlichen Verbandskreisen wird die Qualität und Beschaffenheit von Hetzärmel diskutiert, die hoffentlich im Sinne des Tierschutzes und der sportlichen Einstellung gegenüber unseren Hunden greifen wird. Das Gebiss eines Hundes ist letztlich so ausgestattet, um Nahrung zu beschaffen, Tiere zu reißen. Ein Hetzärmel mit der Beschaffenheit eines z. B. Rehhalses wäre sicherlich nicht verkehrt. Straff, aber mit entsprechender Fütterung die dem Muskelfleisch eines Beutetieres entspricht und nicht einem Betonklotz.
Als kleine Einführung einiges wissenswerte über die tiermedizinische Zahnkunde im Allgemeinen, Zahndefekte und Frakturen im Speziellen und im Detail dieÜberkronung durch Querverbolzung nach Dr. Fahrenkrug. |
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