Stahlkronen beim Gebrauchshund

Medizinische Versorgung bei Zahnverletzungen
Die Zusammenhänge der genannten Faktoren sind nicht nur für den HF wissenswert, sondern vom ärztlichen Standpunkt aus von klinischer Bedeutung bei einer Fraktur des Zahnes, einem Bruch oder bei Abnutzung o. ä. Ebenso wichtig sind das genaue Alter des Hundes und die Haltung, resp. sein Wirkungsfeld (Haus-, Familien- und Hofhund, Dienst-, Schutz-, Jagd- oder Sporthund).
Grundsätzlich ist es immer das Ziel, den Zahn/Nerv am Leben zu erhalten. Bei einer Zahnfraktur sollte als erstes beurteilt werden ob eine eröffnete Pulpahöhle vorliegt. Wenn dies der Fall ist, wird der Bruch zu den komplizierten Fällen gezählt. Ohne Eröffnung der Pulpahöhle wird der Bruch als unkompliziert eingestuft.
Die Lage betreffend kann man die Frakturen wie folgt einteilen: hohe, mittlere und tiefe Wurzelfrakturen, Kronenfrakturen. Die Kronenfraktur wird weiter einge-
teilt in Schmelzfraktur, komplizierte und unkompli-
zierte Kronenfraktur. Mögliche Ursachen für Zahnfrak-
turen sind traumatische Einwirkungen, Spielen mit harten Gegenständen, Kämpfe mit Artgenossen sowie Käfigbeißer, bei welchen der Zahn durch chronische Abnützung an der gleichen Stelle dünner wird und im Extremfall brechen kann. Ob man in dieser Reihe
auch den Einsatz und das Training im harten Arm
anfügen soll, muss jeder selbst ermessen.
Bei der Behandlung von Zahndefekten ist das Alter der Tiere wichtig. Bei jungen Tieren kann eine Zahnfraktur schwerwiegendere Folgen für die Entwicklung des Zahnes haben. Der Zahn schließt beim Hund sein Dickenwachstum erst mit ca. 2 Jahren ab. Bei Hunden bis zu 2 Jahren sollte darauf geachtet werden, dass die Pulpa erhalten bleibt, damit der Zahn sich noch voll entwickeln kann und keine Stabilitätseinbussen hat. Das Tier muss sofort antibiotisch versorgt werden und innerhalb von 3 Tagen ist die Pulpahöhle zu plombieren. Der Pulpenstumpf kann eventuell mit einer Kalziumhydroxydkonzentratpaste gedeckt werden, dass der noch vitale Zahn an der Oberfläche regenerieren kann.
Auch bei Tieren die älter als zwei Jahre sind, sollte man immer dem Grundsatz folgen, die Vitalerhaltung der Zähne anzustreben. Bei akuten Verletzungen oder Schmerzen wird eine Wurzelbehandlung mit Zahn-
füllung / Plombierung innerhalb von zehn Tagen, sowie eine antibiotische Versorgung empfohlen. Bei älteren Frakturen oder Verletzungen, die erst spät erkannt oder bemerkt werden, muss damit gerechnet werden, dass der Zahnnerv extrahiert werden muss und eine Wurzel- und Pulpafüllung nötig ist.